Türkei – Europäische Union

 

Ein Positionspapier der Liberalen Türkisch - Deutschen Vereinigung zum Thema Türkei und die Europäische Union

 

Die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sind immer wieder ein heißdiskutiertes Gesprächsthema. Gegner wie auch Befürworter eines türkischen Beitritts in die Europäische Union nehmen sich dieses Themas aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder an. Die FDP als Vertreterin einer liberalen und weltoffenen Politik ist gefordert, eine klare Position zu diesem Thema beziehen. Das vorliegende Positionspapier möchte in Form von kurzen Thesen einen konstruktiven Beitrag zur aktuellen Diskussion in der Partei leisten.

Die Türkei ist längst ein verlässlicher Partner in Europa. Europarat, NATO, Zollunion mit der Europäischen Union oder der Konvent für die Zukunft Europas, die Beispiele der Zusammenarbeit auf politischer, kultureller, wirtschaftlicher und militärischer Ebene lassen sich wie Perlen aneinander reihen. Es führt kein Weg daran vorbei, den nächsten Schritt zu gehen. Warum?

Wichtigste Handelspartner:

Anteil am BSP:

Weltweit ist die Türkei:

Europaweit ist die Türkei:

Schnell wachsende Informationsgesellschaft:

 

Letztlich sind damit drei Kriterien in der Diskussion: Das religiös-kulturelle, das politische, das wirtschaftliche. Aus dem erstgenannten Grund kann eine liberale Partei nicht ernsthaft Zweifel an einer Beitrittsperspektive der Türkei haben. Ganz im Gegenteil müssen wir die Chance ergreifen, die liberalen Werte von Toleranz und Pluralität auf europäischer Ebene ein gutes Stück voranzubringen. Wirtschaftlich und politisch können für die Türkei keine anderen Maßstäbe gelten wie für jeden anderen Beitrittskandidaten. Die Türkei wird diese Maßstäbe erfüllen. Sie ist auf einem sehr guten Wege, der Rest ist nur eine Frage der Zeit.

 

 

Was ist also zu tun? Auf dem Bundesparteitag sollte die FDP ein klares Signal setzen, dass sie die Türkei auf ihrem weiteren Weg unterstützen wird. Die FDP sollte sich positiv zu einem baldigen Beitritt der Türkei aussprechen und dabei die Frage des konkreten Zeitpunkts ausdrücklich offen lassen. Ob die Mitgliedschaft in vier oder acht Jahren beginnt, ist zweitrangig. Wichtig ist allein die Perspektive, welche der Türkei gegeben wird, aber dadurch gerade auch einer weiteren Entwicklung der Europäischen Union im Sinne liberaler Werte.

 

 

Bundesvorstand der Liberalen Türkisch – Deutschen Vereinigung
29. März 2003

 

Sina Afra, Frankfurt

Generalsekretär