Nea Demokratia Partei Frankfurt, 17. Dezember 1995
Vorsitzender Herr Evert
Athen - Griechenland

Sehr geehrter Vorsitzender Herr Evert,

mit großer Enttäuschung haben wir zur Kenntnis genommen, daß die Nea Demokratia der Zollunion mit der Türkei nicht zugestimmt hat.

Die ND hatte die Gelegenheit, einen großen Beitrag zu den griechisch-türkischen Beziehungen zu leisten. In der Türkei hat man das Votum der griechischen Abgeordneten mit Interesse verfolgt. Besonders von der Künstlerin Nana Mouskouri und der Partei des von uns sehr geschätzten Herrn Mitsotakis hätten wir uns einen größeren Beitrag zur Verständigung beider Völker gewünscht. Mit großer Freude ist hingegen das positive Votum von Herrn Yannis Sakellariou und Mihail Papayannakis aufgenommen worden.

Die weitere Heranführung der Türkei an Europa - dafür steht die Zollunion - liegt im ureigenen Interesse Griechenlands. Ein Rückschlag hätte die Demokratisierung und Westausrichtung schwächen können. Immer wieder wird vor einem Erstarken des Fundamentalismus in der Türkei gewarnt. Wir Türken wissen, daß die Türkei den Laizismus nie aufgeben wird. Vielleicht sehen Sie das als Außenstehender anders. Aber gerade dann dürften Sie keinen Versuch auslassen, um die Türkei stärker in Europa einzubinden. Als direkter Nachbar wäre Griechenland am meisten von einer unsicheren Türkei betroffen. Leider hat das Votum aber gezeigt, wie tief die Ressentiments sitzen.

Wir hoffen mit Ihnen, daß Ihre Partei die nächsten Wahlen gewinnt. Im Gegensatz zu der populistischen PASOK wird die ND mehr für das Wohl Griechenlands leisten können. Dann werden Sie sich, wie schon Ihr Vorgänger Mitsotakis, den beiderseitigen Beziehungen widmen können.

Lassen Sie uns daran arbeiten, daß sich die griechisch-türkischen Beziehungen nicht durch gegenseitiges Mißtrauen, sondern durch eine traditionelle Freundschaft auszeichnen.

Mit freundlichen Grüßen

Yanki Pürsün - Bundesvorstandsmitglied


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