Zur aktuellen Möllemann-Debatte erklären für den Bundesvorstand der
Liberalen Türkisch-Deutschen Vereinigung
deren Bundesvorsitzender Achim Doerfer, deren Ehrenvorsitzender und Mitglied des Bundesvorstandes der FDP Mehmet Daimagüler, deren Stellvertretender Bundesvorsitzender Nezih Açba, deren Generalsekretär Sina Afra:
"Die von Jürgen W. Möllemann unsachlich und mit persönlichen Angriffen geführte Debatte zum Thema Naher Osten hat der FDP ein enttäuschendes Wahlergebnis eingebracht. Die angeblich angepeilten türkischstämmigen und muslimischen Wähler haben zu 70 % rot-grün gewählt, nur weniger als 5 % (1998 waren es noch 14 %) die FDP. Ganz offenbar waren die türkischstämmigen Bürger und die Muslime in Deutschland nicht bereit, demjenigen, der sich als ihr Anwalt aufdrängen wollte, das Mandat zu erteilen.
Kein Wunder: Ebenso wenig wie andere liberale Wähler schätzen es die Muslime in Deutschland, wenn in gehässiger Weise und unter Hervorrufung rassistischer Klischees auf dem Rücken von Minderheiten Wahlkampf geführt wird.
Die LTD verurteilt einen solchen Politikstil in aller Schärfe. Das schadet dem Dialog der Religionen und Kulturen und den Liberalen. Es ist daher unerläßlich, daß sich Jürgen W. Möllemann zu seiner Verantwortung bekennt und sich von seinen Ämtern nicht nur in der Bundespartei und –fraktion, sondern auch in Nordrhein-Westfalen zurückzieht."
Göttingen, Berlin, Frankfurt, 28. September 2002