Böhr will Schulpflicht für Ausländerkinder aufheben
Die Liberale Türkisch Deutsche Vereinigung (LTD) Rheinland-Pfalz kritisiert den Rheinland-Pfälzischen CDU-Chef für seine Pläne, Ausländerkinder mit nicht genügenden Deutschkenntnissen vom Schulunterricht auszuschließen. Bildung ist ein Grundrecht für alle, auch für Ausländer, sagt der Landesbeauftragte der LTD Rheinland-Pfalz und Saarland Murat Eyiberispek.
Bildung ist ein Grundrecht aller Bürger, die in Deutschland leben, unabhängig ihrer Herkunft und Abstammung. Jeder Steuerzahler leistet seinen Beitrag zur Finanzierung der deutschen Schulen und hat auch das Recht eine Schulausbildung für seine Kinder einzufordern. Niemand darf in Deutschland wegen seiner Abstammung benachteiligt werden, so schreibt es unsere Verfassung vor, deswegen ist eine Zulassungsprüfung für die erste Schulklasse nur für Ausländerkinder, wie von Böhr gefordert, im höchsten Maße zweifelhaft. Auch ist die Aufhebung der Schulpflicht im Rahmen deutscher und europäischer Gesetzgebung nicht zu vereinbaren. Die LTD RLP fordert: Menschlichkeit und Solidarität sollten im Vordergrund unseres alltäglichen und politischen Handelns stehen, dazu gehört es auch, den Schwächeren zu helfen und sie nicht aus unsren Reihen zu verstoßen. Gemeinsam sollten wir nach Lösungen suchen, unsere Schulausbildung zu optimieren, denn Kinder mit ungenügender Bildung sind, unabhängig von ihrer Abstammung, für kriminelle und gesetzesfeindlich Tendenzen empfänglich. Die Ausländerkinder sind nicht an dem Misserfolg bei der PISA Studie verantwortlich, dass sieht man daran, dass andere Länder mit weit aus höherem Ausländeranteil trotzdem besser abgeschnitten haben. Die Ursachen liegen vielmehr in der mangelhaften Leistungsbereitschaft unserer spaß-orientierten Gesellschaft, die sich nicht nur im Schulunterricht nicht mehr engagiert, sondern auch bei sportlichen, musikalischen, politischen, religiösen oder anderen sozialen Vereinen. Diese Tendenz ist nicht nur bei den deutschen Jugendlichen zu beobachten, sondern auch bei den Jugendlichen aus Migrantenfamilien. Gemeinsam sollten wir an konstruktiven Lösungen arbeiten und nicht, wie am Wochenende von Böhr geschehen, Schuldzuweisungen für das Versagen unserer Jugendlichen aussprechen, die unser harmonisches Zusammenleben gefährden.
Statt die Kinder aus der Schule zu verbannen, fordert die LTD RLP eine Kindergartenpflicht für alle Kinder, besonders aber für die Kinder aus Migrantenfamilien. Leider kommt es immer noch vor, dass Kinder aus verschiedenen Gründen die Kindergärten nicht besuchen und zu Schulbeginn nicht ausreichend Deutsch sprechen. Deswegen ist die Kindergartenpflicht weitaus sozialverträglicher als eine Isolation der Ausländerkinder in Spezialkursen und unterstützt die Integration in die Gesellschaft wesentlich besser. Der Vorschlag der CDU, den muttersprachlichen Ergänzungsunterricht, der alternativ zum Religionsunterricht angeboten wird, abzuschaffen, stieß bei der LTD genauso auf Ablehnung. Der Unterricht ist häufig die einzige Möglichkeit der Kindern Lesen und Schreiben in der Muttersprache zu lernen. Die Kinder stehen zwischen zwei Kulturen und brauchen diesen Unterricht, um die Grundzüge der ausländischen (eigenen) Kultur kennen zu lernen. Für Fragen steht Ihnen Herr Murat Eyiberispek unter
mail@e-murat.de gerne zur Verfügung.
Mit liberalen Grüßen
Murat Eyiberispek
Landesbeauftragter RLP